Montag, 2. April 2007

Die Liebe und ihr Verfall in der heutigen westlichen Gesellschaft

Nachdem Fromm die (Theorie der) Liebe von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachtet hat, geht er auch auf deren Rollen in unserer modernen westliche Welt ein: "Wenn wir jetzt von der Liebe in der westlichen Kultur sprechen, wollen wir uns daher zunaechst fragen, ob die Gesellschaftsstruktur der westlichen Zivilisation und der aus ihr resultierende Geist der Entwicklung von Liebe foerderlich ist. Wir muessen diese Frage verneinen." Und Fromm geht noch weiter mit dieser Aussage, wenn er schreibt: "Unvereinbar miteinander sind das der kapitalistischen Gesellschaftsordnung zugrundeliegende Prinzip und das Prinzip der Liebe."
Zu dieser Meinung kommt er schliesslich durch einen Vergleich der Liebe mit der Fairness. Letzteres ist die Basis der kapitalistischen Welt, denn letztendlich geht es nur um ein faires Tauschgeschaeft. Ob nun Geld gegen Ware oder Arbeitskraft gegen Geld getauscht wird ist egal. Der Mensch wird - so Fromm - zu einem unwichtigen und austauschbaren Element im Getriebe der Wirtschaft: "Der moderne Kapitalismus braucht Menschen, die in grosser Zahl reibungslos funktionieren, die immer mehr konsumieren wollen, deren Geschmack standardisiert ist und leicht vorausgesehen und beeinflusst werden kann. Er braucht Menschen, die sich frei und unabhaengig vorkommen und meinen, fuer sie gebe es keine Autoritaet, keine Prinzipien und kein Gewissen - und trotzdem bereit sind, sich kommandieren zu lassen, zu tun, was man von ihnen erwartet, und sich reibungslos in die Gesellschaftsmaschinerie einzufuegen."
Diese Lebensweise hat natuerlich auch eine Auswirkung auf die Liebe, denn - nach Fromms Ansicht - ist echte Liebe in der modernen Welt allerhoechstens eine Randerscheinung. Die Regel stellen Arten der Pseudoliebe dar. So ersetzt zum Beispiel die Idee des Teams die Leibe. Es kommt dabei nicht selten vor, dass Menschen in einer Partnerschaft zwar als Team leben, sich aber nicht lieben. Man macht sich gegenseitig das Leben ein bisschen leichter und eventuell wird auch die Angst vorm Alleinsein bekaempft, aber das ist auch alles. Letztendlich sind sich beide Partner weiterhin fremd, ja man ist sich selbst fremd. Symptomatisch ist dabei, dass das Prinzip des Tauschgeschaefts auch in der Beziehung Gueltigkeit besitzt. Man versucht weiterhin fuer sich "den besten Deal" herauszuschlagen. Solche Beziehung haben mit Liebe nichts zu tun, sie stellen lediglich einen Egoismus zu Zweit dar.

"... Man widmet es [das taegliche Leben] dem streben nach materiellem Komfort und nach Erfolg auf dem Personalmarkt. Die Grundsaetze, auf die unsere weltliche Bemuehungen sich gruenden sind Gleichgueltigkeit und Egoismus (wobei letzterer oft als "Individualismus" oder als "individuelle Initiative" bezeichnet wird)."

Kommentare:

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