Sonntag, 25. März 2007

Objekte der Liebe

"Um sein Nichtwissen wissen ist das Hoechste.
Um sein Wissen nicht wissen ist krankhaft." - Lao-tse

Im Definitions-Eintrag am Anfang dieses Blogs wurde ja bereits erwaehnt, dass es verschiedene Arten der Liebe gibt. Auch Fromm nimmt so eine Kategoresierung vor, wobei er sie "Objekte der Liebe" nennt.

Als Grundlage fuer alle anderen Arten beschreibt er die Naechstenliebe. Sie stellt das Verantwortungsgefuehl, die Fuersorge, Achtung und Erkenntnis (siehe letzten Blog-Eintrag) gegenueber allen anderen Wesen dar. Fromm betont dabei, dass sie niemals exklusiv ist. Diese Art beschreibt also eine Liebe zwischen Gleichen, denn wer sein naechsten liebt stellt sich nicht ueber ihn, sondern man befindet sich auf Augenhoehe.

Die muetterliche Liebe ist die bedingungslose einer Mutter zu ihrem Kind. Sie kann nicht erarbeitet werden (wie das bei der vaeterlichen Liebe der Fall ist). Man hat sie oder nicht. Eine Mutter sorgt sich immer um das Wohlergehen und die Entwicklung ihres Kindes und wird diese Art von Fuersorge auch nie "abstellen" koennen. Gerade nach der Geburt ist das Kind vollkommen auf die Mutter angewiesen und deswegen stellt Fromm die muetterliche Liebe auch als die Liebe zum Hilfslosen dar.

Die beiden beschriebenen Arten der Liebe beschraenken sich nicht auf eine einzige Person. Im Gegensatz dazu steht die erotische Liebe, die (in unserer Gesellschaft) exklusiv ist. Dabei geht es um die vollstaendige Vereinigung mit einer anderen Person. Fromm beton dabei, dass diese Art von Liebe haeufig mit dem Erlebnis des "sich verliebens" verwechselt wird. Dieses aufregende Ereignis kommt letztenlich daher, dass zwei Fremde sich ploetzlich naeher kommen und die inter-personellen Schranken fallen lassen. Natuerlich ist dieses Ereignis nicht von Dauer, spaetestens wenn man den anderen (und dessen Macken) kennt ist es nicht mehr so aufregend und berauschend wie es einmal war. (Dies basiert zum Teil auch auf neuro-biologischen Effekten. Wer mehr darueber erfahren moechten sollte die Definitions-Eintraege lesen.)
Fromm betont sehr deutlich, dass man die erotische Liebe nur erfahren kann wenn man auch die Naechstenliebe entwickelt hat. Schliesslich umfasst sie die Liebe zu allen Menschen einschliesslich des Partners. Wenn jemand also behauptet, dass er "seinen Schatz" ueber alles liebt, aber sonst fuer niemanden etwas entfindet, spricht er also eher von einem Egoismus zu zweit als von Liebe.

Die Selbstliebe ist lat Fromm eine weitere wichtige Art der Liebe. Sie soll jedoch nicht mit Selbstsucht oder Egoismus verwechselt werden. Bei der Selbstliebe geht es um den Respekt den man sich selber entgegenbringt. Nur wer sich selbst liebt kann andere lieben. Fromm ist der Meinung, dass der Egoismus das genaue Gegenteil zur Selbstliebe ist, denn dabei handelt sich eigentlich um die Unfaehigkeit Liebe zu empfinden, was dementsprechend kompensiert wird.

Schliesslich geht Fromm noch auf die Liebe zu Gott ein. Hierbei geht es ihm vor allem um den Unterschied zwischen der westlichen Religion (z.B. das Christentum) und der oestlichen Auffassung. Laut Fromm geht es beim ersteren vor allem darum richtig zu glauben (und denken) waehrend es in den oestlichen Religionen, wie z.B. im Taoismus oder im Buddhismus das richtige handeln im Vordergrund steht.

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