Sonntag, 4. März 2007

Definition

"Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur in ihr zurechtfinden." - Albert Einstein

Wenn man beginnt sich mit einem Thema zu befassen, dann sollten zunaechst moeglichst viele existierende Referenzen studiert werden. Auch bei der Liebe gab es verschiedene Definitionsversuche. Ein guter Startpunkt ist Wikipedia. Dort wird die Liebe als die staerkste Zuneigung zu einer anderen Person, einem Tier oder einem Gegenstand verstanden, wobei die Wertschaetzung des Gegenuebers den Nutzen der Beziehung uebersteigt. Das heisst die Bereitschaft eigene Werte zu investieren, ohne eine direkte Gegenleistung zu erwarten, stellt die Voraussetzung fuer Liebe dar.
Im Bezug auf eine romantische Liebe stellt dies eine freiwillig gebildete Beziehung zu einer anderen Person dar, wobei der Wert dieser Partnerschaft im dialogischen Raum entsteht. Mit anderen Worten es gibt keinen direkten gegenstaendlichen Vorteil. Ausdrucksformen dieser Wertschaetzung koennen zum Beispiel Komplimente, Zaertlichkeit oder Beruehrungen sein.
Weitere Arten von Liebe sind die...
  • Selbstliebe, also das Bewusstsein der Respekt der eigenen Person. Dies stellt die Basis dar, um ueberhaupt andere Lebewesen zu lieben. Die nachfolgende Betrachtung von Erich Fromm's Weltsicht wird die Bedeutung (und Gefahren) der Selbstliebe genauer behandeln.
  • Familiaere Liebe, welche die Beziehung zur eigenen Familie darstellt. Ausserdem gilt die Freundesliebe zu dieser Kategorie.
  • Naechstenliebe, also die Liebe zu Personen die weder eine familiaere noch eine romantische Beziehung zu einem haben.
  • Objekt- und Ideenliebe, also die tiefe Wertschaetzung eines Gegenstand oder eines Gedankens.
  • Gottesliebe, welche die Bedeutung einer Religion (und des Glaubens) ausdruecken soll.
In der modernen Gesellschaft kann das Wort "Liebe" eigentlich in jedem Kontext eingesetzt werden, was die Definierbarkeit extrem erschwert. Das war jedoch nicht immer so, denn schon Platon hat das Phaenomen differenziert betrachtet. Fuer ihn gab es drei Formen: Eros stellt die erotische Liebe und das sexuelle Verlangen dar, Philia repraesentiert die Liebe und Anerkennung von Freunden und Agape ist das selbstlose Handeln fuer andere Personen. Diese drei Arten von Liebe sorgen - nach Platon - zu verschiedenen Auspraegungen der Liebe. Die "Empfindung" steht fuer eine sinnliche Emotion, die eng mit der Sexualitaet verbunden ist. Das "Gefuehl" stellt den Hin- und Zuwendung und die Wertschaetzung dar. Die "Haltung" repraesentiert eine Interessensbalance zwischen Egoismus und Altruismus, Wuerde und Achtung.

Es ist also wichtig genau festzulegen von was man eigentlich redet, wenn das Thema die Liebe ist. In diesem Blog soll es hauptsaechlich um die romantische Liebe zwischen zwei Personen gehen. An manchen Stellen werden aber auch die anderen "Arten" im Fokus der Betrachtung stehen, dies wird dann immer deutlich gemacht werden.

Keine Kommentare: