Mittwoch, 7. März 2007

Partnerschaft und Liebe (Teil 2)

Nachdem im letzten Teil festgestellt wurde, dass eine Partnerschaft nicht automatisch mit Liebe gleichgesetzt werden darf stellt sich nun natuerlich die Frage, was Liebe eigentlich ist und wie man an sich arbeiten kann, um nicht die bekannten Fehler zu machen.

Viele Menschen die sich mit der Liebe beschaeftigt haben, beschreiben sie als eine Faehigkeit oder eine Lebenseinstellung und nicht als ein Gefuehl. Gefuehle (wie zum Beispiel das verliebt sein) sind sehr wechselhaft und koennen schwinden, die Liebe kann auch dann bestehen bleiben.

Eins der wichtigsten Aussagen ist sicherlich, dass keine Gegenleistung erwartet werden sollte. Wenn man etwas uas Liebe tut, dann will man nichts zurueck. Macht man etwas, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, dann handelt man nicht aus Liebe. Ein gutes Beispiel sind Eltern, denn diese lieben ihre Kinder bedingungslos ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Auch in einer Partnerschaft sollte dies so sein, um nicht von der Erwartungshaltung erdrueckt zu werden.
Eine weitere Grundfaehigkeit ist die Barmherzigkeit, dass man also den Partner so aufnimmt wie er ist. Man sollte die Schwaechen und Verletzungen des Anderen kennenlernen und verstehen. Nur dann kann man akzeptierend und unterstuetzend handeln.

Um gluecklich in einer (auf Liebe basierenden) Beziehung zu leben, sollte man sensibel mit sich selbst und dem Partner umgehen. Es ist zum Beispiel sehr wichtig, dass der eigene Selbstwert nicht durch die Beziehung definiert wird. Ansonsten kann es leicht passieren, dass die Partnerschaft nicht auf Liebe sondern auf der Bewaeltigung der Angst vor dem Selbstwertverlust basiert. Frueher oder spaeter wird das zu einer Katastrophe fuehren.

Ausserdem sollte darauf geachtet werden, dass man sich nicht blind von seinen Aengsten leiten laesst. Haeufig werden Personengruppen und auch Situationen gemieden, die einem schon einmal eine (seelische) Verletzung zugefuegt haben. Sonst kann es leicht passieren, dass man bestimmte Personen kategorisch ablehnt. Das schraenkt die Offenheit und Freiheit natuerlich extrem ein und man verbaut sich selbst Moeglichkeiten ohne es zu wollen.
Es wichtig zu lernen die eigenen Aengste zu erkennen. Wenn jemand dann (ungewollt) "Salz in die Wunde streut", dann ist es sicherlich nicht seine Schuld. Man sollte vielmehr mit dem Partner ueber die Gruende dieser Angst reden, um damit umzugehen.
Das erkennen und akzeptieren von Aengsten gehoert sicherlich zu den haertesten Aufgaben beim bewusstwerden seines Selbst.

Weiterhin ist es sehr wichtig, dass alle gesellschaftlichen Konventionen und Idealbilder hinter einem gelassen werden. Verschiedene Menschen druecken ihre Liebe unterschiedlich aus und es falsch nur auf die bekannten Zeichen der Liebe zu achten. Man muss jemanden nicht Rosen schenken, nur um ihr oder ihm die eigene Liebe zu zeigen. Vielmehr sollte man die Leibesausdruecke das anderen kennenlernen, um sie zu bemerken und wertschaetzen zu koennen.

Eine weitere wichtige Sache in einer Beziehung ist, dass man sie nicht als statisch ansieht, der Partnerschaft mit Offenheit gegenuebersteht und staendig aktualisiert. Wenn einem etwas gerade nicht passt, dann sollte dies sofort besprochen und nicht verschwiegen und somit aufgestaut werden. Das fuehrt frueher oder spaeter zu einem unfairen Streit, welcher fuer den Partner aus heiterem Himmel zu kommen scheint. Bearbeitet man diese Punkte jedoch sofort, dann laesst sich viel leichter eine Loesung finden und man aktualisiert die Beziehung.
Ausserdem muss einem immer bewusst sein, dass man sich selbst und der Partner weiterentwickeln. Dies ist der natuerlich Weg der Dinge, denn Leben bedeutet schliesslich Veraenderung. Wird dies akzeptiert, dann koennen sich beide Partner in der Beziehung entfalten und eine wunderbare Vertrautheit erreichen.

Abschliessend moechte ich Thomas Artmann sehr fuer seinen Essay "Wie geht Liebe?" danken!

Keine Kommentare: